Dackel - Teckel - Dachshund

Charakter

Jedenfalls ist der Teckel im Wesen einer der eigenartigsten Hunde, gleichsam eine Kreuzung von Liebenswürdigkeit und Niedertracht, Übermut und Weltschmerz, Tatendurst und Faulheit, Gleichmut und Empfindsamkeit, Winzigkeit und Größenwahn.

Dr. Fritz Engelmann in „Der Dachshund“ von 1924

Was macht ihn aus, den typischen Dackel? Ja, gibt es ihn überhaupt? Als ich darangegangen bin, den Charakter der Dackel zu beschreiben, habe ich zuerst einmal festgestellt, dass es ein himmelweiter Unterschied war, wen ich gefragt und wo ich recherchiert habe.

Der Rassestandard gibt, wie ich finde, da leider nicht viel her.

Im Wesen freundlich, weder ängstlich noch aggressiv, mit ausgeglichenem Temperament. Passionierter, ausdauernder, feinnasiger und flinker Jagdhund.

Das klingt für mich nicht wirklich nach Dackel und trifft wohl auf viele Jagdhunderassen zu.

Dazu existiert ein ergänzender Kommentar der Welt Union Teckel, kurz: WUT. (Das ist in etwa der internationale Teckelklub, also DTK = Dackel in Deutschland und WUT = Dackel international). Auch dieser ist in meinen Augen eher etwas für Züchter und eignet sich weniger für Leute, die vor der Frage stehen, ob ein Dackel für sie der richtige Hund ist?

Deshalb habe ich diejenigen gefragt, die es wissen müssen, die Frauchen und Herrchen der Dackel.

Aber lies selbst:

Typisch Dackel ist bei meinen der Blick und der Sturkopf.

Marita C.

Typisch Dackel? Die Vitalität, der Sinn fürs Komische (was haben wir schon gelacht), das Anschmiegsame (Kuschel-Weltmeisterin), das Aufgeweckte. Im Prinzip gefällt mir auch das Unerschrockene am Dackel...

Ute

Ich hatte jahrelang Schnauzer, aber ab einem bestimmten Alter wollte ich was kleines an Hund . So kam ich über eine arme Seele zu den Dackeln und meine Liebe gehört den Kurzhaar Tigerteckeln. Ich mag ihr Wesen, liebevoll anschmiegsam und doch ihren eigenen Kopf .

Inge S.

Typisch ist wohl die Kläfferei (das haben meine anderen alle nicht gemacht), ihr großer Mut und die Ausdauer.

Ursula S.

An Dackeln gefällt mir einfach, dass sie zwar klein sind, aber trotzdem ihren eigenen Charakter haben und keine Schoßhündchen sind. Sie sind nicht so unterwürfig wie manch andere Rassen. Auch wenn die Erziehung etwas mehr Konsequenz erfordert, gefällt gerade der Sturkopf und Clown im Dackel mir gut.

Otti

Ich hatte schon immer Dackel und bleibe auch dabei. Sie sind einfach nur zauberhaft.

Waschem

Typisch Dackel ist für mich, dass sie einfach ihren eigenen Kopf haben, aber auch ihre lustige und fröhliche Art. Da kann der Arbeitstag noch so bescheiden gewesen sein, wenn mir meine Maus entgegenkommt, dann fällt alles ab.

Karen K.

Ich habe Dackel, weil es Hunde gibt und Dackel, Dackel die liebsten Freunde der Welt und sehr schlau sind, was oft mit Dickköpfigkeit verwechselt wird. Dackel sind alltagstauglich, d.h. sie können mit zur Jagd, sie passen zu Hause auf und sie sind sehr sozial, meine zumindest.

Marianne J.

Dackel sind Großhunde im Kleinpaket und für mich kommt außer dem Dackel eigentlich kein Kleinhund in Frage. Schäferhunde sind's keine, aber das macht sie so liebenswert. Kein Tag, an dem die Dackel uns nicht zum Lachen bringen.

Biene

Alles was auf dem Boden liegt gehört ihnen. Neugierig. Klug. Loyal

Marcie

Ein selbstständiger Hund (manchmal zu selbstständig), eine Schmusebacke, ein alter Clown, lieb zu allem und jedem, aber wenn es darauf ankommt (bei der Jagd), ein völlig anderer Hund. Wenn ich da ihre Augen sehe, total irre, ihr Element, ihre Berufung.

Susi

Typisch Dackel ist der Blick, die Eigenwilligkeit, manchmal nicht leicht zu handhaben: „soll ich kommen oder nicht“ und wenn ja, geht das nur im Zeitlupentempo und das ist eigentlich auch noch zu schnell.

Susi

Wenn ich rufe, dann kommt dieser Blick über die Schulter, "soll ich oder nicht", das ist für mich typisch Dackel.

Helma P.

Bei den heutigen geringen Niederwilddichten (außer Rehwild) ist für mich ein Teckel als Haus- und Jagdgenosse der optimale Hund. Ein Leben ohne Teckel wäre für mich recht langweilig, denn diese Tierchen sind immer für einen Spaß oder eine Überraschung gut.

Reiner W.

Sehr genial und treffsicher finde ich auch Brigittes Charakterisierung des idealen Dackelmenschen:

Wer Dackel hält, muss...

  • gefestigt sein!
  • einen genau so großen Dickschädel haben wie der Dackel!
  • intelligenzmäßig nicht unter dem IQ des Dackels liegen!
  • über größere Ausdauer und Langmut verfügen als der Dackel!
  • Selbstsicherheit zeigen bei Sprüchen über nicht erziehbare Dackel, um dann locker sagen zu können: "Ja, so sind sie, unsere Dackel!"
  • bei einem Waldspaziergang genauso wachsam sein wie der Dackel!
  • Standhaftigkeit beweisen beim eingesetzten Dackelblick, besonders beim Öffnen der Leckerlikiste!
  • teilen lernen und sich auf der Couch oder dem Bett mit der kleineren Ecke zufriedengeben!
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Eigensinniger unerziehbarer Dickschädel?

Zu einem "echten" Teckel gehört eine gute Portion Selbständigkeit einfach dazu.

Landläufig klingt das dann in etwa so:

Dackel sind besonders eigenwillig, haben einen Dickkopf und lernen nie zu gehorchen.

Aber gerade diese Selbständigkeit ist für einen Dackel nichts anderes als seine Lebensversicherung, wenn er bei der Baujagd unter der Erde auf sich alleine gestellt mit Gegnern wie Dachs, Fuchs oder Marder zusammentrifft. Er muss dann blitzschnell und ohne Unterstützung seines Menschen Entscheidungen treffen, die für ihn lebenswichtig sind.

Martin Rütter hat dies in einer seiner Shows hervorragend auf den Punkt gebracht.

Daraus aber jetzt den Schluss zu ziehen, Dackel seien nur schwer oder gar nicht erziehbar, ist natürlich völliger Blödsinn. Kadavergehorsam wie bei einigen Rassen ist beim Dackel einfach nicht die Norm.

Dackel wollen nicht überredet, sie wollen überzeugt werden, und zwar mit Spiel, Spaß, Konsequenz, Liebe… und Leberwurst!

Wenn ich meine bisherigen eigenen Dackel mit den Hunden anderer Rassen vergleiche, dann standen und stehen sie den anderen Rassen in puncto Erziehung und Gehorsam in nichts nach. Öfter mal sagen Leute. die wir trffen, zuerst:

Oh, ein Dackel...............

............... Zeit vergeht...............

............... der ist ja erzogen?!

Wenn man aber einmal weiterdenkt, dann ist es eigentlich völlig logisch, dass ein Dackel hört.

Was nützt ein Dackel mit den besten Anlagen, wenn er diese unkontrolliert auslebt? Gar nichts! Gefragt ist Teamfähigkeit im Mensch-Hund-Team.

Ein unkontrolliert jagender Teckel würde mehr Schaden anrichten, als dass er dem Jäger nützen würde.

Oh, dieser Dackelblick...

Dieser unverschämt unwiderstehliche Blick mit diesem einzigartigen, Unschuld vorspielenden Augenaufschlag, den nur er mit seiner ausgeprägten Mimik erzeugen kann - das ist sie, die gefährlichste Waffe eines jeden Dackels.

Teckel sind noch dazu kleine Clowns, die immer für einen Spaß oder ein verrücktes Spiel zu haben sind.

IherLebenslust ist ansteckend und sie schaffen es eigentlich immer, ihre Menschen aus der Reserve zu locken. Oder wie es weiter oben schon gesagt wurde:

Da kann der Tag noch so bescheiden gewesen sein, ein Dackel bringt die gute Laune garantiert zurück.

Haarige Unterschiede

Dackel gibt es als Kurzhaar, Rauhhaar und Langhaar. Ursprünglich gab es nur den Kurzhaarteckel.Rauhhaar und Langhaar sind später durch Einkreuzung anderer Rassen entstanden.

Daher verwundert es nicht, dass sich die drei Haararten auch vom Charakter her ein wenig unterscheiden:

  • Die Kurzhaarvariante gilt dabei als die Lustigste! Von der Optik die ehrlichste, da beim ihe nichts zu verbergen ist.
  • Der Rauhhaar ist wohl der grabitzigste. Da bemerkt man halt den Terrier, Rauhe Schale...
  • Der Langhaardackel dagegen gilt als der Sanfteste.