Dackel - Teckel - Dachshund

Jagdteckel

Der Teckel ist, obwohl eine der kleinsten deutschen Jagdhunderassen, vielseitig einsetzbar. Einsatzgebiete dieses kleinen Jagdhundes sind die Niederwildjagd, die Wasserarbeit, die Stöberjagd (Drück- und Treibjagden auf Schalenwild), die Schweißarbeit und die Baujagd. Detaillierte Infos dazu findest Du auf der Seite des "Dachshundklub Baden-Württemberg und Hohenzollern e.V."

Hier in Schleswig-Holstein setzt man Kaninchenteckel auch beim Deichschutz ein.

Um die jagdlichen Eigenschaften zu erhalten, bietet der Deutsche Teckelklub (DTK) für seine Mitglieder Jagdprüfungen an. Diese sind unter anderem für Züchter, die Teckel als Jagdgebrauchshunde züchten sehr wichtig und dienen der Orientierung bei der "Partnerwahl" von Deckrüde und Hündin.

Dabei unterscheidet man zwischen Anlageprüfungen, in denen die ererbten Eigenschaften geprüft werden und Jagdgebrauchsprüfungen, in denen der Teckel nachweist, dass er mit seinem Jäger / seiner Jägerin ein gutes Jagdgespann bildet.

Darüber hinaus gibt es noch die sogenannten Leistungszeichen, die im Rahmen der praktischen Jagdausübung vergeben werden.

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Anlagenprüfungen

Bei den Anlageprüfungen werden die angeborenen jagdlichen Eigenschaften des Teckels bewertet.

Schussfestigkeitsprüfung (Sfk)

Bei der Schussfestigkeitsprüfung wird der Dackel zunächst abgeleint und soll sich dann mindestens 30 m vom Führer entfernen. Dann wird zweimal in die Luft geschossen. Die Prüfung gilt als bestanden, wenn der Teckel dabei keinerlei Angstreaktion zeigt.

Die Schussfestigkeitsprüfung gilt als Voraussetzung für die Teilnahme an jagdlichen Prüfungen (Gebrauchs- und Anlageprüfung) und kann auch in Kombination mit diesen gemacht werden. Dabei wird die Schussfestigkeit jeweils vor der eigentlichen Prüfung „abgefragt“.

Wassertest (Wa.T.)

Hierbei soll der Teckel eine geschossene Ente aus dem Wasser holen. Dazu wird die erlegte Ente ca. 6 bis 8 Meter weit unter gleichzeitiger Abgabe von zwei Schüssen in tiefes Wasser geworfen.

Die Prüfung ist bestanden, wenn der Hund die Ente freiwillig ans Ufer holt.

Spurlautprüfung (Sp)

Die Spurlauprüfung dient dazu, den Spurlaut, den Spurwillen und die Spursicherheit zu testen.

Dazu soll er einer frischen Hasenspur lauthals folgen. Dazu wird auf einem Feld ein Hase – für den zu prüfenden Dackel unsichtbar aufgescheucht. Anschließend wird der Dackel in der Nähe der Spur abgeleint, damit er die Spur selbständig findet. Nimmt er die Spur an und folgt ihr mit dem typischen "Spurlautwiffen", ist die Prüfung bestanden.

Eignungsbewertung für die Bodenjagd (BhFK/95)

Bei der Eignungsbewertung für die Bodenjagd wird der Jagdteckel in eine künstliche Bauanlage geschickt (einschliefen). Dort soll er einen durch eine Schiebetür getrennten Fuchs verbellen.

Jagdgebrauchsprüfungen

Für den Einsatz in der Praxis sind auch die Gehorsamsfächer von großer Bedeutung., denn ein Dackel, der unkontrolliert jagt, richtet mehr Schaden an, als er dem Jäger nützt.

Neben den Anlageprüfungen gibt es eine Vielzahl von Jagdgebrauchsprüfungen, bei denen Jäger und Hund zeigen, was sie zusammen als Team leisten. Denn was nützt ein Dackel mit den besten Anlagen, wenn er diese unkontrolliert auslebt. Gefragt ist Teamfähigkeit im Mensch-Hund-Team.

Ein unkontrolliert jagender Teckel würde mehr Schaden anrichten, als dass er dem Jäger nützen würde.

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Stöberarbeiten

Die Stöberjagd gliedert sich in mehrere Teile.  Zuerst wird der Gehorsam bewertet.

Bei der Stöberarbeit (organisierte Prüfung oder Jagd) sucht der Teckel ein Waldstück mit dichtem Unterwuchs selbständig, ausdauernd und weit ausholend ab. Aufgestöberte Wild treibt er bellend aus dem Versteck treibt und verfolgt es dann lauthals.

Stöberprüfung (St)

Die Stöberprüfung ist zweigeteilt, nämlich in die Gehorsamsfächer (Leinenführigkeit, Ablegen und Schussruhe, Benehmen am Stand beim Treiben) und der eigentlichen Stöberarbeit. Um die Prüfung zu bestehen, müssen alle Teile bestanden werden

Gehorsam:

Leinenführigkeit:

Dazu geht der Führer mit dem (nicht zu kurz) angeleinten (oder frei bei Fuß folgenden) Hund kreuz und quer durch ein Stangenholz. Dieser soll dabei dicht am Führer folgen, ohne an der Leine zu ziehen, vorzupreschen oder nachzuhängen.

Ablegen und Schussruhe:

Der Dackel wird abgelegt und der Hundefüher entfernt sich außer Sichtweite. Nach etwa zei Minuten werden kurz hintereinander zwei Schrotschüsse abgegeben. Dabei darf der Hund den Platz nicht um her als einen Meter verlassen. Ach darf er weder laut bellen oder wiederholt winseln.

Benehmen an Stand bei Treiben

Bei einem simulierten Standtreiben (solche Treiben, bei welchen sich eine Treibwehr auf die an der anderen Seite des Treibens angestellten Schützen zu bewegt und das Wild auf diese zutreibt.) muss sich der Hund bei seinem Führer ruhig verhalten, er hat weder zu winseln oder gar zu bellen. Auch Hochspringen am Führer oder das Entfernen von seinem Platz ist nicht erlaubt.

Stöberarbeit

Für die eigentliche Stöberarbeit durchstöbert der Dackel ein mindestens ein Hektar großes Waldareal mit dichtem Unterholz selbständig, ausdauernd und weit ausholend. Sobald er auf diese Weise Haarwild aufscheucht, verfolgt er dieses lauthals (spurlaut).

Waldsuche (WaS)

Die Stöberprüfung ist zweigeteilt, nämlich in die Gehorsamsfächer (Pirschen, Ablegen und Schussruhe, Benehmen am Stand beim Treiben) und der eigentlichen Stöberarbeit. Um die Prüfung zu bestehen, müssen alle Teile bestanden werden

Gehorsam:

Pirschen:

Der Hundeführer pirscht mit dem Hund frei bei Fuß oder angeleint im übersichtlichen Gelände, wobei er von Zeit zu Zeit stehen bleibt. Dabei soll der auch Teckel ohne besondere Aufforderung stehen bleiben oder sich setzen. Beim Weitergehen des Hundeführers hat der Hund wieder frei bei Fuß oder an der durchhängenden Leine zu folgen.

Ablegen und Schussruhe:

Der Dackel wird abgelegt und der Hundefüher entfernt sich außer Sichtweite. Nach etwa zei Minuten werden kurz hintereinander zwei Schrotschüsse abgegeben. Dabei darf der Hund den Platz nicht um her als einen Meter verlassen. Ach darf er weder laut bellen oder wiederholt winseln.

Benehmen an Stand bei Treiben

Bei einem simulierten Standtreiben (solche Treiben, bei welchen sich eine Treibwehr auf die an der anderen Seite des Treibens angestellten Schützen zu bewegt und das Wild auf diese zutreibt.) muss sich der Hund bei seinem Führer ruhig verhalten, er hat weder zu winseln oder gar zu bellen. Auch Hochspringen am Führer oder das Entfernen von seinem Platz ist nicht erlaubt.

Waldsuche

Der Hund sucht das für die Prüfung ausgewählte Waldstück weit ausholend, gründlich und ausdauernd mit regelmäßigem Kontakt zum Hundeführer nach Wild ab. Er bringt dieses in Bewegung, indem er ihm lauthals folgt.

Stöbern im Jagdbetrieb (StiJ)

STiJ ist ein Leistungszeichen, dass nicht in einer organisierten Prüfung, sondern während des Jagdeinsatzes bei Bewegungsjagden vergeben wird. Dabei ist der Hund entweder Treiberersatz oder er unterstützt diese.

Dazu wird der Teckel vom Stand des Hundeführers aus abgeleint, von wo aus er selbstständig die Bestände annehmen und auf großer Fläche weiträumig suchen soll.

Nach möglichst weiterräumiger Suche muss der Hund Wild finden, ihm laut folgen und zum Verlassen des Verstecks bringen.

Alternativ kann der Hund auch bewertet werden, wenn er von der Treiberwehr aus selbständig und weiträumig sucht, in weiter Entfernung zu seinem Führer selbstständig findet und das Wild lauthals zum Verlassen des Verstecks bringt.

Der Hund muss spätestens eine Stunde nach Beendigung des Treibens wieder beim Führer sein, außer er wurde eingefangen und festgehalten oder er befindet sich am erlegten Wild.

Der Hund darf zu keiner Zeit die Jagd stören.

Eignung zur Stöberjagd mit Schwarzwild (ESw)

Für die Eignung zur Stöberjagd mit Schwarzwild (Wildschweine) stöbert der Dackel in einem mindestens ein Hektar großen Schwarzwildgatter (oder im praktischen Jagdbetrieb). Zum Bestehen der Prüfung muss er das gefundene Schwarzwild anhaltend verbellen und zum Verlassen der Verstecke bewegen.

Leistungszeichen im praktischen Jagdbetrieb Schwarzwild/Natur (SauN)

SauN ist ein Leistungszeichen, dass nicht in einer organisierten Prüfung, sondern während des Jagdeinsatzes bei Bewegungsjagden vergeben wird.

Es zeichnet die Brauchbarkeit des Teckels für die Jagd auf das Schwarzwild im praktischen Jagdbetrieb aus.

Der Dachshund wird vom Stand des Hundeführers geschnallt und muss die Bestände selbständig annehmen und
weiträumig absuchen. Gefundene Wildschweine werden anhaltend zu verbellen und zum Verlassen ihrer Verstecke gebracht bzw. der Führer sollte die Möglichkeit haben, die gestellten Wildschweine aufs Korn zu nehmen.

Nach Beendigung der Arbeit hat der Hund sich innerhalb einer Stunde wieder beim Führer einzufinden.

Der Hund darf den Ablauf der Jagd zu keiner Zeit behindern.

Schweißarbeiten

Schweißarbeiten (das Verfolgen einer Blutspur) werden auf einer künstlichen oder natürlichen Wundfährte geprüft. Dabei muss der Teckel zeigen, dass er angeleint der Fährte sicher folgt und diese bis zum Ende nicht verliert.

Es gibt 3 verschiedene Arten der Schweißarbeit

  • Reine Riemenarbeit
    Hier arbeitet der Teckel während der gesamten Prüfung an der Leine.
  • Freisuche mit Totverbellen
    Bei der Freisuche mit Totverbellen muss der Teckel mindestens 750 m angeleint die Fährte ausarbeiten. Dann arbeitet er sich ohne Leine weiter bis zum Ende der Fährte durch und verbellt das dort abgelegte Wild unaufgefordert, bis der Führer bei ihm angekommen ist.
  • Freisuche mit Totverweisen
    Bei der Freisuche mit Totverweisen muss der Teckel mindestens 750 m angeleint die Fährte ausarbeiten. Dann arbeitet er sich ohne Leine weiter bis zum Ende der Fährte durch, kehrt schnell zu seinem Führer zurück, um diesen dann zum Wild zu bringen

Dabei entscheidet Der Hundeführer, welche Art der Suche er wählt und gibt diese vor Prüfungsbeginn an.

Die Fährten Werden entweder getropft oder getupft.

  • Getropfte Fährte
    Am Anfang der Fährte wird mit Schweiß und Schnitthaar der „Anschuss“ hergerichtet. Dann tropft der Fährtenleger tropft möglichst mit durchsichtiger Flasche die Schweißfährte. An jedem Haken 8midestens 3) wird ein Wundbett angelegt und mit Schweiß und Schnitthaaren, ausgedtattet
  • Getupfte Fährte
    Es wird ein Stock oder Ähnliches benötigt, an dem ein Schaumgummistück ca. 5 x 2 cm befestigt wird. In einem Gefäß wird ein der Schweiß mitgeführt. Bei Bedarf wird der Tupfer eingetaucht und dermBoden/Bewuchs betupft.

Schweißprüfung auf künstlicher Wundfährte (SchwhK)

Bei der Schweißprüfung auf künstlicher Wundfährte (SchwhK) muss der Teckel zeigen, dass er angeleint der Fährte sicher folgt und diese bis zum Ende nicht verliert.

Dazu wird am Vortag der Prüfung (da diese über Nacht stehen muss) eine Fährte entweder getropft oder getupft. Dabei darf höchstens ein viertel Liter Wildschweiß verwendet werden. Für das Anlegen der Fährte wird höchstens ¼ Liter Schweiß verwendet,

Schweißprüfung auf künstlicher Wundfährte mit Fährtenschuh (SchwhKF)

Bei der Schweißprüfung auf künstlicher Wundfährte mit Fährtenschuh folgt der Teckel angeleint der mit einem Fährtenschuh getretenen und getropften Fährte sicher bis zu deren Ende.

Für eine Fährte darf höchstens 0,10 Liter Schweiß verwendet werden. Wundbetten sind zu markieren und mit Schnitthaaren zu versehen. Die Fährten müssen über Nacht stehen.

Die Fährtenschuhe werden ca. 10 m vor dem Anschuss angelegt, um das Anwechseln des Wildes darzustellen. Der „Anschuss“ wird mit Schweiß, Schnitthaar, Eingriffen und Ausrissen simuliert. Die Fährte wird mit dem Fährtenschuh mit den frischen oder aufgetauten Schalen getreten. Zusätzlich werden Schweißtropfen nach ca. 50 m nur in Abständen von 7 – 10 m, möglichst mit der durchsichtigen Flasche, aufgebracht.

Erschwerte Schweißprüfung auf künstlicher Wundfährte (SchwhK/40 oder SchwhKF/40)

Bei den erschwerten Schweißprüfungen (SchwhK / 40 oder SchwhKF / 40) sind die zu arbeitenden Fährten mindestens 40 Stunden alt

SCHWEISSPRÜFUNG OHNE RICHTERBEGLEITUNG (SchwPoR/20, SchwPoR/40)

Bei der (erschwerten) Schweißprüfung ohne Richterbegleitung wird der Hundeführer am Anschuss in die Fluchtrichtung eingewiesen. Danach sind Hund und Führer, im Unterschied zu den vorher beschriebenen Schweißprüfungen, ohne jegliche Begleitung ihrer Aufgabe zu überlassen.

as Team, das die meisten Verweiserpunkte in kürzester Arbeitszeit vorweisen kann, erhält den Titel "SchwPoR-Sieger/40-20" zuerkannt.

Schweißarbeit auf natürlicher Wundfährte (SchwhN)

Die Schweißarbeit auf natürlicher Wundfährte ist ein Leistungszeichen, das nicht in einer organisierten Prüfung, sondern im Tagesgeschäft vergeben wird.

Die Nachsuche erfolgt nur auf der natürlichen Wundfährte von Schalenwild und bei Arbeiten auf angefahrenes Schalenwild. Dabei muss eine Fährte muss mindestens 400 m am Riemen gearbeitet werden. Das Stück muss während der Nachsuche gefunden werden.

Verbandsschweißprüfung (VSwP) und Verbandsschweißprüfung Fährtenschuh (VSwP/F)

Bei dieser Prüfung muss der Teckel eine künstliche, getropfte oder getupfte Fährte (Rotwild) von 1000 m Länge mit 3 Haken und 2 Wundbetten erfolgreich arbeiten.,

Diese ist entweder 20 Stunden oder vor mehr als 40 Stunden alt.

Die Verbandsschweißprüfung (VSwP) ist eine Verbandsprüfung des JGHV.

Bei der "Verbandsfährtenschuhprüfung" wird die Fährte mit einem Fährtenschuh getreten.

Vielseitigkeitsprüfungen

Die Vielseitigkeitsprüfungen beurteileilen jeweils in einer großen Prüfung Gehorsam, Schweißarbeit, Stöberarbeit und Spurlautarbeit.

Man unterscheidet dabei die

  • Vielseitigkeitsprüfung
  • Vielseitigkeitsprüfung ohne Spurlaut, wenn dieser bereits erfolgreich geprüft wurde (VpoSp)
  • Internationale Vielseitigkeitsprüfung (IntVp)

Bauarbeiten

Bauarbeiten bewerten die Bodenjagd (unter der Erde im Bau) an Natur und Kunstbauten auf Fuchs, Marderhund, Dachs und Waschbär. Aufgabe des Teckels (Dachshundes) ist es, die wehrhaften Tiere aus dem Bau zu treiben.

Die zu vergebenen Leistungszeichen sind:

  • Bodenjagd in Jagdrevieren an Natur- und Kunstbauen - BhN
  • Bodenjagd in Jagdrevieren an Natur- und Kunstbauen (Fuchs) – BhN(F)
  • Bodenjagd in Jagdrevieren an Natur- und Kunstbauen (Dachs) – BhN(D)
  • Bodenjagd in Jagdrevieren an Natur- und Kunstbauen (Marderhund) – BhN(M)
  • Bodenjagd in Jagdrevieren an Natur- und Kunstbauen (Waschbär) – BhN(W)

Arbeiten für Zwerg- und Kaninchenteckel

Für Zwerg- und Kaninchenteckel gibt es weitere Prüfungen, in denen sie ihre Jagdpassion unter Beweis stellen können: Kaninchenschleppe / Herausziehen und Kaninchensprengen / Natur.

Kaninchenschleppe / Herausziehen (KSchlH)

Der Dackel soll der Spur eines Kaninchens bis zu dessen Bau folgen es aus diesem herausziehen. Dazu wird vorher ein möglichst frisch geschossenes Kaninchen mindestens 250 Meter über den Boden gezogen (Schleppe) und in einen Kaninchenbau geschoben.

Kaninchensprengen / Natur (KSpN)

Die Prüfung Kaninchensprengen / Natur bewertet wie der Teckel ein Kaninchen zum Verlassen des Baus bringt oder es herauszuzieht.