Dackel - Teckel - Dachshund

Steckbrief

Wanted? Verbrecherjagd? Nene, gesucht wird kein entlaufener Sträfling, auch wenn ich manchen Dackelbesitzer schon liebevoll von seinem "kleinen Terroristen haben reden hören.

Hier dreht sich alles um den Dackel als Rassehund:

  • Entstehung der Rasse
  • Optik
  • Charakter – Warum, ist der Dackel, wie er ist, und was bedeutet das für das Zusammenleben mit ihm?

Geschichte

Die Ursprünge der Dackel sind vermutlich schon über zweitausend Jahre alt. Schon unsere keltischen Vorfahren vertrauten auf eine Hunderasse namens “Bracken” (oder auch “Segusier” nach dem ersten keltischen Stamm, der die Tiere gezüchtet haben soll), die sie bei der Jagd unterstützten.

Bereits Im 2. Jahrhundert betonte ein römischer Schriftsteller die “ die kurzbeinigen Tiere” für ihre besondere Jagdfertigkeit.

Aus der Sicht der heutigen Archäologen gilt der Keltenbracke als der Urvater der Dackel.

Seit dem Mittelalter

Tachsschliefer

brackenartige (kurze Beine, Hängeohren) Jagdhunde für die Jagd auf Fuchs, Dachs und Kaninchen

1879

Die ersten Rassekennzeichen werden aufgeschrieben

Ab 1860

Entstehung des Langhaarteckels durch die Einkreuzung von Settern, Spaniels und Wachtelhunden.

Um 1868

Der Kurzhaarteckel entsteht Als Züchter gilt der Förster Wilhelm von Daake

1888

Gründung des DTK

Klaus Graf Hahn und Dr. Paul Ilgner gründen den Deutschen Teckelklub wird gegründet, der heute knapp 25ooo Mitglieder hat.

Charakter

Jedenfalls ist der Teckel im Wesen einer der eigenartigsten Hunde, gleichsam eine Kreuzung von Liebenswürdigkeit und Niedertracht, Übermut und Weltschmerz, Tatendurst und Faulheit, Gleichmut und Empfindsamkeit, Winzigkeit und Größenwahn.

Dr. Fritz Engelmann in „Der Dachshund“ von 1924

Was macht ihn aus, den typischen Dackel? Ja, gibt es ihn überhaupt? Als ich darangegangen bin, den Charakter der Dackel zu beschreiben, habe ich zuerst einmal festgestellt, dass es ein himmelweiter Unterschied war, wen ich gefragt und wo ich recherchiert habe.

Der Rassestandard gibt, wie ich finde, da leider nicht viel her.

Im Wesen freundlich, weder ängstlich noch aggressiv, mit ausgeglichenem Temperament. Passionierter, ausdauernder, feinnasiger und flinker Jagdhund.

Das klingt für mich nicht wirklich nach Dackel und trifft wohl auf viele Jagdhunderassen zu.

Dazu existiert ein ergänzender Kommentar der Welt Union Teckel, kurz: WUT. (Das ist in etwa der internationale Teckelklub, also DTK = Dackel in Deutschland und WUT = Dackel international). Auch dieser ist in meinen Augen eher etwas für Züchter und eignet sich weniger für Leute, die vor der Frage stehen, ob ein Dackel für sie der richtige Hund ist?

Deshalb habe ich diejenigen gefragt, die es wissen müssen, die Frauchen und Herrchen der Dackel.

Aber lies selbst:

Typisch Dackel ist bei meinen der Blick und der Sturkopf.

Marita C.

Typisch Dackel? Die Vitalität, der Sinn fürs Komische (was haben wir schon gelacht), das Anschmiegsame (Kuschel-Weltmeisterin), das Aufgeweckte. Im Prinzip gefällt mir auch das Unerschrockene am Dackel...

Ute

Ich hatte jahrelang Schnauzer, aber ab einem bestimmten Alter wollte ich was kleines an Hund . So kam ich über eine arme Seele zu den Dackeln und meine Liebe gehört den Kurzhaar Tigerteckeln. Ich mag ihr Wesen, liebevoll anschmiegsam und doch ihren eigenen Kopf .

Inge S.

Typisch ist wohl die Kläfferei (das haben meine anderen alle nicht gemacht), ihr großer Mut und die Ausdauer.

Ursula S.

An Dackeln gefällt mir einfach, dass sie zwar klein sind, aber trotzdem ihren eigenen Charakter haben und keine Schoßhündchen sind. Sie sind nicht so unterwürfig wie manch andere Rassen. Auch wenn die Erziehung etwas mehr Konsequenz erfordert, gefällt gerade der Sturkopf und Clown im Dackel mir gut.

Otti

Ich hatte schon immer Dackel und bleibe auch dabei. Sie sind einfach nur zauberhaft.

Waschem

Typisch Dackel ist für mich, dass sie einfach ihren eigenen Kopf haben, aber auch ihre lustige und fröhliche Art. Da kann der Arbeitstag noch so bescheiden gewesen sein, wenn mir meine Maus entgegenkommt, dann fällt alles ab.

Karen K.

Ich habe Dackel, weil es Hunde gibt und Dackel, Dackel die liebsten Freunde der Welt und sehr schlau sind, was oft mit Dickköpfigkeit verwechselt wird. Dackel sind alltagstauglich, d.h. sie können mit zur Jagd, sie passen zu Hause auf und sie sind sehr sozial, meine zumindest.

Marianne J.

Dackel sind Großhunde im Kleinpaket und für mich kommt außer dem Dackel eigentlich kein Kleinhund in Frage. Schäferhunde sind's keine, aber das macht sie so liebenswert. Kein Tag, an dem die Dackel uns nicht zum Lachen bringen.

Biene

Alles was auf dem Boden liegt gehört ihnen. Neugierig. Klug. Loyal

Marcie

Ein selbstständiger Hund (manchmal zu selbstständig), eine Schmusebacke, ein alter Clown, lieb zu allem und jedem, aber wenn es darauf ankommt (bei der Jagd), ein völlig anderer Hund. Wenn ich da ihre Augen sehe, total irre, ihr Element, ihre Berufung.

Susi

Typisch Dackel ist der Blick, die Eigenwilligkeit, manchmal nicht leicht zu handhaben: „soll ich kommen oder nicht“ und wenn ja, geht das nur im Zeitlupentempo und das ist eigentlich auch noch zu schnell.

Susi

Wenn ich rufe, dann kommt dieser Blick über die Schulter, "soll ich oder nicht", das ist für mich typisch Dackel.

Helma P.

Bei den heutigen geringen Niederwilddichten (außer Rehwild) ist für mich ein Teckel als Haus- und Jagdgenosse der optimale Hund. Ein Leben ohne Teckel wäre für mich recht langweilig, denn diese Tierchen sind immer für einen Spaß oder eine Überraschung gut.

Reiner W.

Sehr genial und treffsicher finde ich auch Brigittes Charakterisierung des idealen Dackelmenschen:

Wer Dackel hält, muss...

  • gefestigt sein!
  • einen genau so großen Dickschädel haben wie der Dackel!
  • intelligenzmäßig nicht unter dem IQ des Dackels liegen!
  • über größere Ausdauer und Langmut verfügen als der Dackel!
  • Selbstsicherheit zeigen bei Sprüchen über nicht erziehbare Dackel, um dann locker sagen zu können: "Ja, so sind sie, unsere Dackel!"
  • bei einem Waldspaziergang genauso wachsam sein wie der Dackel!
  • Standhaftigkeit beweisen beim eingesetzten Dackelblick, besonders beim Öffnen der Leckerlikiste!
  • teilen lernen und sich auf der Couch oder dem Bett mit der kleineren Ecke zufriedengeben!
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Eigensinniger unerziehbarer Dickschädel?

Zu einem "echten" Teckel gehört eine gute Portion Selbständigkeit einfach dazu.

Landläufig klingt das dann in etwa so:

Dackel sind besonders eigenwillig, haben einen Dickkopf und lernen nie zu gehorchen.

Aber gerade diese Selbständigkeit ist für einen Dackel nichts anderes als seine Lebensversicherung, wenn er bei der Baujagd unter der Erde auf sich alleine gestellt mit Gegnern wie Dachs, Fuchs oder Marder zusammentrifft. Er muss dann blitzschnell und ohne Unterstützung seines Menschen Entscheidungen treffen, die für ihn lebenswichtig sind.

Martin Rütter hat dies in einer seiner Shows hervorragend auf den Punkt gebracht.

Daraus aber jetzt den Schluss zu ziehen, Dackel seien nur schwer oder gar nicht erziehbar, ist natürlich völliger Blödsinn. Kadavergehorsam wie bei einigen Rassen ist beim Dackel einfach nicht die Norm.

Dackel wollen nicht überredet, sie wollen überzeugt werden, und zwar mit Spiel, Spaß, Konsequenz, Liebe… und Leberwurst!

Wenn ich meine bisherigen eigenen Dackel mit den Hunden anderer Rassen vergleiche, dann standen und stehen sie den anderen Rassen in puncto Erziehung und Gehorsam in nichts nach. Öfter mal sagen Leute. die wir trffen, zuerst:

Oh, ein Dackel...............

............... Zeit vergeht...............

............... der ist ja erzogen?!

Wenn man aber einmal weiterdenkt, dann ist es eigentlich völlig logisch, dass ein Dackel hört.

Was nützt ein Dackel mit den besten Anlagen, wenn er diese unkontrolliert auslebt? Gar nichts! Gefragt ist Teamfähigkeit im Mensch-Hund-Team.

Ein unkontrolliert jagender Teckel würde mehr Schaden anrichten, als dass er dem Jäger nützen würde.

Oh, dieser Dackelblick...

Dieser unverschämt unwiderstehliche Blick mit diesem einzigartigen, Unschuld vorspielenden Augenaufschlag, den nur er mit seiner ausgeprägten Mimik erzeugen kann - das ist sie, die gefährlichste Waffe eines jeden Dackels.

Teckel sind noch dazu kleine Clowns, die immer für einen Spaß oder ein verrücktes Spiel zu haben sind.

IherLebenslust ist ansteckend und sie schaffen es eigentlich immer, ihre Menschen aus der Reserve zu locken. Oder wie es weiter oben schon gesagt wurde:

Da kann der Tag noch so bescheiden gewesen sein, ein Dackel bringt die gute Laune garantiert zurück.

Haarige Unterschiede

Dackel gibt es als Kurzhaar, Rauhhaar und Langhaar. Ursprünglich gab es nur den Kurzhaarteckel.Rauhhaar und Langhaar sind später durch Einkreuzung anderer Rassen entstanden.

Daher verwundert es nicht, dass sich die drei Haararten auch vom Charakter her ein wenig unterscheiden:

  • Die Kurzhaarvariante gilt dabei als die Lustigste! Von der Optik die ehrlichste, da beim ihe nichts zu verbergen ist.
  • Der Rauhhaar ist wohl der grabitzigste. Da bemerkt man halt den Terrier, Rauhe Schale...
  • Der Langhaardackel dagegen gilt als der Sanfteste.

Größen

Will man die Größe eines Rassehundes wissen, schaut man gewöhnlicherweise im Rassestandard nach. Dort ist die Widerristhöhe (Schulterhöhe) angegeben, die zur Größenbestimmung herangezogen wird. Nicht so beim Dackel. Der Teckel ist die einzige Rasse, bei der zur Größenbestimmung der Brustumfang gemessen wird.

Teckel

63 %

Zwergteckel

27 %

Kaninchenteckel

10 %

Die Werte beziihen sich auf die 2018 veröffentlichte Welpenstatisik des Deutschen Teckelklubs (DTK 1888 e. V.).

Normalschlag

Brustumfang über 35 cm. Gewichtsobergrenze etwa 9 kg

Zwergteckel

Brustumfang über 30 bis 35 cm, im Alter von mindestens 15 Monaten.

Kaninchenteckel

Brustumfang bis zu 30 cm, im Alter von mindestens 15 Monaten.

Eine korrekte Messung soll zwischen Ellenbogen und Rumpf erfolgen. Bei der WUT-Tagung der Ausstellungsrichter-Obleute von 1996 wurde vereinbart, dass bei späeren Nachmessungen eine Toleranz von 2 cm erlaubt ist. Übertrifft das Maß mehr als die erlaubte Toleranz von 2 cm, so schließt dies die Formwertnote "vorzüglich" aus.

Gewicht:

Bei allen drei Größen ist eine substanzvolle Gesamterscheinung erwünscht. Leichte Hunde mit wenig Knochensubstanz sind wohl flink und agil, vererben jedoch häufig den Mangel an Substanz weiter. Teckel mit überschwerem Knochenbau sind nicht mehr beweglich genug. Bei der Arbeit unter der Erde behindert ihr Körpervolumen das erwünschte Vorwärtskommen. Teckel mit mangelnder oder übermäßiger Knochensubstanz und Volumen schließen die Formwertnote "vorzüglich" aus.

Teckel die über 10,0 kg auf die Waage bringen dürfen ebenfalls nicht mehr mit "vorzülich" bewertet werden. Wird vermutet, dass der Teckel überschwer ist, so darf diese Minderbenotung nur bei ganz offensichtlichen Fällen oder unter Zuhilfenahme einer Waage vorgenommen werden.

Quelle: Rassestandard des Deutschen Teckelklubs (DTK 1888 e. V.) | Stand: Mai 2018

Haararten

Der Dackel wird in drei unterschiedlichen Haararten gezüchtet: Kurzhaar. Rauhaar und Langhaar Ursprünglich gab es nur den Kurzhaarteckel. Rauhhaar und Langhaar sind später durch Einkreuzung anderer Rassen entstanden.

Daher verwundert es nicht, dass sich die drei Haararten auch vom Charakter her ein wenig unterscheiden:

  • Die Kurzhaarvariante gilt dabei als die Lustigste! Von der Optik die ehrlichste, da beim ihe nichts zu verbergen ist.
  • Der Rauhaar ist wohl der grabitzigste. Da bemerkt man halt den Terrier, Rauhe Schale...
  • Der Langhaardackel dagegen gilt als der Sanfteste.

Kurzhaar

15 %

Rauhaar

71 %

Langhhar

14 %

Die Werte beziihen sich auf die 2018 veröffentlichte Welpenstatisik des Deutschen Teckelklubs (DTK 1888 e. V.).

Kurzhaardackel

HAAR:

Brustumfang über 35 cm. Gewichtsobergrenze etwa 9 kg.Brustumfang über 35 cm. Gewichtsobergrenze etwa 9 kg.

RUTE:

Fein, voll, aber nicht zu reichlich behaart. Etwas längeres Grannenhaar an der Unter­seite ist nicht fehlerhaft.

FARBE:

  1. Einfarbige: Rot, rotgelb, gelb, alles mit oder ohne schwarze Stichelung. Indes ist reine Farbe vorzuziehen und rot wertvoller als rotgelb und gelb zu betrachten. Auch stark schwarz gestichelte Hunde gehören hierher und nicht unter die andersfarbigen. Weiß ist nicht erwünscht, aber in einzelnen kleinen Flecken nicht ausschließend. Nase und Krallen schwarz; rötlich-braun ist auch zulässig, aber nicht erwünscht.
  2. Zweifarbige: Tiefschwarz oder braun, je mit rostbraunen oder gelben Abzeichen (Brand) über den Augen, an den Seiten des Fanges und der Unterlippe, am inneren Behangrand, an der Vorbrust, an den Innen- und Hinterseiten der Läufe, an den Pfoten, um den Anus und von dort bis etwa ein Drittel bis zur Hälfte der Unterseite der Rute. Nase und Krallen bei schwarzen Hunden schwarz, bei braunen Hunden braun. Weiß ist nicht erwünscht, aber in einzelnen kleinen Flecken nicht ausschließend. Ein zu stark verbreiteter Brand ist uner­wünscht.
  3. Gefleckte (getigerte, gestromte): Die Grundfarbe ist immer die dunkle Farbe (schwarz, rot oder grau). Erwünscht sind unregelmäßige graue aber auch beige Flecken (nicht erwünscht sind große Platten). Weder die dunkle noch die helle Farbe soll überwiegen. Die Farbe des gestromten Teckels ist rot oder gelb mit dunkler Stromung. Nase und Krallen wie bei den Ein- und Zweifarbigen.

Rauhaardackel

HAAR:

Mit Ausnahme von Fang, Augenbrauen und Behang am ganzen Körper mit Unterwolle durchsetztes, vollkommen gleichmäßig anliegendes, dichtes, drahtiges Deckhaar. Am Fang zeigt sich ein deutlich ausgeprägter Bart. Die Augenbrauen sind buschig. Am Behang ist die Behaarung kürzer als am Körper, fast glatt. Rute gut und gleichmäßig, eng anliegend behaart.

FARBE:

Überwiegend hell- bis dunkelsaufarben sowie dürrlaubfarben. Weiterhin gelten die Farben wie beim Kurzhaar unter 1. bis 3. beschrieben.

Langhaardackel

HAAR:

Das mit Unterwolle versehene schlichte, glänzende Haar, am Körper anliegend, verlängert sich unter dem Hals und an der Unterseite des Körpers, hängt am Behang über, zeigt an der Hinterseite der Läufe eine deutlich längere Behaarung (Befederung), erreicht seine größte Länge an der Unterseite der Rute und bildet dort eine vollständige Fahne.

FARBE:

Wie beim Kurzhaar unter 1) bis 3) beschrieben.

Quelle: Rassestandard des Deutschen Teckelklubs (DTK 1888 e. V.) | Stand: Mai 2018